Historische Kulturwissenschaften

Tagung

"Das lange 10. Jahrhundert – struktureller Wandel zwischen Zentralisierung und Fragmentierung, äußerem Druck und innerer Krise"

Tagung der Historischen Kulturwissenschaften vom 14. bis 16. März 2011 im Vortragssaal des Römisch-Germanischen Zentralmuseums.

Das 10. Jh. gilt als Krisenzeit, als das dunkle und „eiserne“ Jahrhundert, aus dem sich nur wenige Schriftquellen erhalten haben. Ein Grund für diese traditionelle Einschätzung sind sicher die wiederkehrenden Einfälle „fremder Völker“: So sahen sich am Anfang des Jahrhunderts die Nachfolgereiche des zerfallenen Frankenreichs vielfältigen äußeren Bedrohungen ausgesetzt. Das Westfrankenreich litt besonders unter den Normanneneinfällen, das regnum francorum orientalium, Lothringen und Norditalien vorzüglich unter den Ungarnstürmen, Sarazenen drangen bis über die Alpen vor und verheerten auch Italien.
Am Ende des Jahrhunderts aber waren die Grundlagen für die spätere Formierung Europas gelegt. Die neuen Reiche Ostmitteleuropas Böhmen, Polen und Ungarn wurden in das christliche Europa integriert. Gleichzeitig mit einer Destabilisierung alter Einheiten lässt sich offenbar das Entstehen neuer stabiler Einheiten beobachten. In der Zeit der Desintegration wurden Grundlagen europäischer Kulturtechniken und Denkmuster gelegt.
Bisher konzentrierte man sich in der Forschung vor allem auf Fragen des Königtums, der Herrschaftspraxis, Staatlichkeit und Nationsbildung. Die hervorragende, wiewohl nicht singuläre Rolle etwa des Ungarnsturms für die deutsche Nationsbildung ist nach wie vor genauso unbestritten wie unhinterfragt. Dieses Verständnis steht zwar in einer gedanklichen Tradition von einschlägigen Abhandlungen über Staatsentstehungen aus der Philosophie, Soziologie und politischen Anthropologie (prominent bspw. die Feststellung Kants, Zum ewigen Frieden), setzt sich aber nicht mit deren Erkenntnissen auseinander.

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desciption française du congrès «Le long Xe siècle – entre centralisation et fragmentation, entre menace extérieure et crise intérieure»

programme du colloque

Organisation:

Dr. Stefan Albrecht (RGZM)

 

Michael Herdick M.A. (RGZM)

 

Dr. Christine Kleinjung (Johannes-Gutenberg Universität Mainz)

 


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